Abschlussfahrt nach Sylt – Zwischen Möwen, Muskelkater und modernen Bindungen

Unsere Abschlussfahrt nach Sylt am Ende der 9. Klasse hatte alles, was eine legendäre Klassenfahrt braucht: Chaos, Natur, Sport, Drama und natürlich jede Menge Geschichten, die noch lange weitererzählt werden.

Los ging das Abenteuer bereits mit der Zugfahrt. Pünktlichkeit war eher ein Vorschlag als eine Realität, und irgendwie schafften wir es trotzdem alle auf die Insel – wenn auch mit leicht erhöhtem Puls. Kaum angekommen, begrüßte uns Udo, der uns direkt mit einem hochspannenden Vortrag über den Goldafter bekannt machte. Seitdem schauen wir jede Raupe mit deutlich mehr Respekt an. 

Nebenbei lief auch noch das WM-Finale. Während einige gespannt mitfieberten, versuchten andere herauszufinden, wo es auf Sylt eigentlich WLAN gibt – selbstverständlich nur aus wissenschaftlichem Interesse.

Natürlich durfte der Strand nicht fehlen, wo Andrej bis zum Hals vergraben wurde. Wind, Sand und Meer gehörten ab sofort zu unserem Alltag. Im Naturgewaltenmuseum wartete anschließend ein Quiz auf uns. Die Hälfte der Klasse zeigte dabei erstaunliche Fachkenntnisse – oder zumindest erstaunlich schnelle Google-Fähigkeiten. Forschung ist eben Teamarbeit.

Nach dem Museumsbesuch hatten wir Freizeit in List, bevor es am nächsten Morgen hieß: Morning Run! Nicht jeder war begeistert von der Idee, freiwillig vor dem Frühstück Sport zu treiben, aber immerhin waren danach alle wach.

Ein echtes Highlight war die Dünenwanderung mit Werner, der sich für viele Naturschutzprojekte auf der Insel einsetzt und somit eine kleine Berühmtheit auf der Insel ist.  Neben spannenden Geschichten sang er mit uns sogar das Himmelslied und versorgte uns mit allerlei Lebensweisheiten. Manche davon verstehen wir vielleicht erst in zehn Jahren.

Nach dem Strand von Hörnum folgte die Wattwanderung. Vitus kam verspätet dazu, weil der Strandbesuch so anstrengend war, dass er im Bus eingeschlafen war und die Haltestelle verpasst hatte. Dort lernten wir alles über die Salzwiese, moderne Bindungen, die Pantoffelschnecke und warum die Zahl zwölf scheinbar eine größere Bedeutung hat, als wir bisher dachten.

Später ging es nach Westerland, wo reichlich eingekauft wurde. Tim machte Bekanntschaft mit einer Gruppe Punks und kam angeblich sogar tätowiert zurück. Ob das Kunstwerk echt ist, bleibt bis heute ungeklärt.

Luis hingegen geriet in einen epischen Kampf mit einer Möwe. Die Möwe gewann eindeutig und hinterließ ihren Triumph in Form einer gut platzierten Hinterlassenschaft auf Luis. 

Abends wurde es dann sportlich und musikalisch zugleich: Mario und Tim Jackson sorgten für beste Unterhaltung und bewiesen, dass Tanzen auch mit Muskelkater noch möglich ist.

Natürlich durften die Seehundbänke nicht fehlen. Die Seehunde wirkten deutlich entspannter als wir und schienen über unsere Ausflugsgruppe nur müde zu lächeln.

Besonders in Erinnerung bleibt die Fahrradtour zur Sansibar. Was als entspannter Ausflug begann, entwickelte sich schnell zu einer kleinen Tour de Sylt: orkanartiger Wind, mehrere Stürze, herausgesprungene Fahrradketten und defekte Gangschaltungen machten die Strecke zu einer echten Herausforderung. Als Belohnung warteten schließlich Steaks für ungefähr 45 Euro – wodurch viele feststellten, dass Pommes plötzlich eine sehr attraktive Alternative sein können.

Auch nachts wurde es selten langweilig. Die berühmten nächtlichen Versammlungen entwickelten sich fast zu einem festen Programmpunkt. Dort wurden die wichtigsten Themen der Welt diskutiert – von Fußball über Liebesdramen bis hin zur Frage, wer eigentlich am lautesten schnarcht.

Am Ende der Woche waren wir um viele Erfahrungen reicher: Wir wissen jetzt mehr über Goldafter, Pantoffelschnecken und Seehunde, können Fahrräder notdürftig reparieren, erkennen aggressive Möwen schon von Weitem und haben gelernt, dass Google manchmal überraschend viel Naturwissen besitzt.

Kurz gesagt: Unsere Abschlussfahrt nach Sylt war chaotisch, lustig, windig und unvergesslich – genau so, wie eine Abschlussfahrt sein sollte.

Yusuf Galati 10b, Johanna Koralewksi 10c, Philomena Wismann 10c

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