Vom 28. bis 30. April 2026 hieß es für 24 Schülerinnen und Schüler unserer Schule: Koffer packen! Ziel war unsere Partnerschule, die Masarykova ZŠ im tschechischen Klatovy. Begleitet von jeweils zwei Lehrkräften beider Schulen erlebten wir drei Tage voller Kultur, Kreativität und neuer Freundschaften.
Geschichte und Kultur zum Anfassen
Die Reise begann an der Konrad-Max-Kunz-Realschule in Schwandorf, von wo aus uns der Bus direkt über die Grenze nach Klatovy brachte. Nach einer herzlichen Begrüßung und dem ersten Kennenlernen der Partnerschule stärkten wir uns beim gemeinsamen Mittagessen.
Der Nachmittag stand im Zeichen der Regionalgeschichte: Bei einer Führung durch Klatovy besuchten wir die berühmte Einhornapotheke und stiegen hinab in die beeindruckenden Katakomben. Mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck bezogen wir am Abend unsere gemeinsame Unterkunft in Rybnik, die für die nächsten zwei Nächte unser Basislager werden sollte.
Sprachanimation und Zoobesuch in Pilsen
Am Mittwoch machten wir uns auf den Weg nach Pilsen. Damit die Kommunikation zwischen den deutschen und tschechischen Jugendlichen von Anfang an locker funktionierte, starteten wir mit einer Sprachanimation der Institution Tandem. Mit viel Bewegung und Humor wurden hier Hemmungen abgebaut und die ersten tschechischen und deutschen Wörter spielerisch gelernt.
Am Nachmittag wurde es entspannter: Ein Besuch im Pilsener Zoo bot die perfekte Gelegenheit, in Kleingruppen das Gelände zu erkunden und sich abseits des Protokolls über Hobbys und den Alltag auszutauschen.
Kreativität verbindet: Die Workshops in Rybnik
Der Donnerstagmorgen in Rybnik gehörte ganz den Talenten der Schüler. In verschiedenen Workshops wurde gemeinsam gearbeitet:
Percussion-Workshop: Unter der professionellen Leitung eines erfahrenen Musiklehrers aus Klatovy entstand ein gemeinsamer Rhythmus, der ganz ohne Worte funktionierte.
Kunst-Atelier: Mit Acrylfarben gestalteten die Jugendlichen kreative Werke auf Blumentöpfen und ließen ihrer Fantasie freien Lauf.
Ein Plädoyer für die Begegnung
Nach einem letzten gemeinsamen Mittagessen hieß es Abschied nehmen. Doch was bleibt von diesen drei Tagen? Ein Schüleraustausch ist weit mehr als eine bloße Reise. In einer Zeit, in der Europa zusammenwachsen soll, sind diese persönlichen Begegnungen die wertvollste Währung.
Die Schülerinnen und Schüler lernen, dass die Grenze nur eine Linie auf der Landkarte ist. Sie erfahren, dass Gleichaltrige im Nachbarland dieselbe Musik hören, ähnliche Träume haben und dass Sprachbarrieren mit einem Lächeln und etwas Teamgeist schnell überwunden sind. Solche Erfahrungen fördern Toleranz, Offenheit und Selbstständigkeit – Kompetenzen, die kein Lehrbuch in dieser Intensität vermitteln kann.
Ein herzliches Dankeschön
Ein Austausch dieser Größenordnung ist eine logistische und emotionale Meisterleistung. Ein ganz besonderer Dank gilt Vendula und Verka von unserer Partnerschule aus Klatovy für die grandiose Planung und die herzliche Organisation, die uns jeden Moment hat willkommen fühlen lassen.
Ebenso danken wir den beteiligten Schülerinnen und Schülern für ihre Neugier und Offenheit sowie den Eltern, die ihren Kindern diese wertvolle Erfahrung ermöglicht haben. Wir sind uns sicher: Die Brücken, die in diesen drei Tagen nach Klatovy gebaut wurden, werden noch lange Bestand haben.
„Ahoj“ und bis bald – wir freuen uns schon auf das nächste Mal!
Eva Dimmer und Markus Held
