Erinnern gegen das Vergessen - Die 10. Klassen besuchen die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

Am 22. April 2026 besuchten die Klassen 10a und 10b im Rahmen des Geschichtsunterrichts die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Begleitet von einer fachkundigen Führung erkundeten die Schülerinnen und Schüler das ehemalige Lagergelände sowie den Steinbruch – den zentralen Ort der Zwangsarbeit, an dem tausende Häftlinge unter unmenschlichen Bedingungen Schwerstarbeit leisten mussten. Der etwa 15-minütige Weg vom ehemaligen Lager zum Steinbruch verdeutlicht bis heute die enorme Ausdehnung des Konzentrationslagers und macht die historischen Dimensionen des Ortes erfahrbar. Die Rundgänge der Gedenkstätte setzen bewusst auf einen dialogischen Zugang, der die Teilnehmenden zum Nachdenken und Fragen anregt.

Während der Führung erhielten die Jugendlichen eindrucksvolle Einblicke in die Geschichte des Konzentrationslagers, in das Schicksal der Gefangenen sowie in die Bedeutung des Erinnerungsortes für unsere heutige Gesellschaft. Besonders die persönlichen Lebensgeschichten und das Betreten der originalen Schauplätze hinterließen einen nachhaltigen Eindruck.

In den anschließenden Reflexionen wurde deutlich, wie sehr der Besuch die Schülerinnen und Schüler bewegte. Viele beschrieben, dass die Geschichte an diesem authentischen Ort „viel echter und erschreckender“ wirke als im Schulbuch. Besonders der Steinbruch mit den harten Arbeitsbedingungen der Häftlinge sowie die bedrückende Stille auf dem Gelände regten zum Nachdenken an. Ebenso beeindruckte viele die Größe des ehemaligen Lagergeländes und die Vorstellung, dass dort unzählige Menschen leiden und sterben mussten.

Mehrfach wurde hervorgehoben, wie wichtig es sei, die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus wachzuhalten. Die Jugendlichen nahmen aus dem Besuch die Erkenntnis mit, dass Freiheit, Demokratie und Menschenrechte keine Selbstverständlichkeit sind. Ebenso betonten sie die Verantwortung jedes Einzelnen, im Alltag für Respekt, Menschenwürde und gegen Ausgrenzung einzutreten. Einige zeigten sich besonders bewegt von den Geschichten der Häftlinge, die trotz der unmenschlichen Bedingungen Mitgefühl zeigten und anderen Gefangenen halfen.

Die Exkursion hinterließ bei vielen Schülerinnen und Schülern bleibende Eindrücke. Sie machte deutlich, dass Erinnern nicht nur den Blick in die Vergangenheit richtet, sondern auch den Auftrag für die Zukunft umfasst: Verantwortung zu übernehmen, Ausgrenzung entgegenzutreten und die Werte unserer Demokratie zu schützen.

Sandra Schmidt-Kuhlmann

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