Wenn Bücher Türen öffnen - Kreisentscheid an der KMK-Realschule
An der Konrad-Max-Kunz-Realschule wurde der diesjährige Kreisentscheid des Vorlesewettbewerbs zu einem Vormittag, der eindrucksvoll zeigte, wie lebendig Literatur sein kann. Als Teil der Kreisentscheide des Vorlesewettbewerbs der Realschulen im MB-Bezirk wurde dabei spürbar, welche Bedeutung das Lesen weit über den Unterricht hinaus hat. Schon zu Beginn setzten die Moderatorinnen Samira Bohmann (10b) und Pia Nebel (10a) mit einer atmosphärischen Einführung den Ton: Lesen öffnet Türen – und hinter jeder wartet eine neue Welt. Passend dazu stand der gesamte Wettbewerb unter einem Gedanken von Heinrich Heine: „Von allen Welten, die der Mensch erschaffen hat, ist die der Bücher die Gewaltigste.“ Dies ist ein Leitmotiv, das sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltung zog.
Neues Format, spürbarer Mehrwert
Besonders gut kam bei Gästen und Teilnehmenden das neue Format an: klar strukturiert, wertschätzend moderiert und zugleich nah an dem, worum es wirklich geht – dem Zuhören. Statt einer bloßen Abfolge von Texten entstand ein gemeinsames Literaturerlebnis, bei dem jede Schulsiegerin und jeder Schulsieger Bühne, Aufmerksamkeit und Respekt erhielt. Viele Gäste äußerten sich im Anschluss sehr positiv über die ruhige, konzentrierte Atmosphäre und die spürbare Begeisterung der Jugendlichen für Geschichten und Sprache.
Wenn Texte Stimme bekommen
Die Vorlesenden präsentierten anspruchsvolle und abwechslungsreiche Buchauszüge – und machten deutlich, dass Lesen weit mehr ist als eine Schulkompetenz: Es ist Ausdruck, Haltung und ein Schlüssel zur Welt. Genau darin lag die besondere Stärke des Vormittags: Nicht nur die Lesetechnik stand im Mittelpunkt, sondern auch die Frage, wie Texte wirken, wenn man ihnen Stimme, Tempo und Gefühl gibt. Die Jury würdigte dabei vor allem Verständlichkeit, passende Betonung und die Fähigkeit, das Publikum in die jeweilige Handlung hineinzuziehen.
Siegerinnen und Sieger des Kreisentscheids
Am Ende setzte sich Lena Preißler von der Franz-Xaver-von-Schönwerth-Realschule Amberg durch und belegte den 1. Platz. Mit ihrem Beitrag aus „Glaskinder“ von Kristina Ohlsson überzeugte sie durch eine sichere, nuancenreiche Vortragsweise und eine Interpretation, die Spannung und Zwischentöne gleichermaßen transportierte.
Der 2. Platz ging an Simon Schmid von der Staatlichen Realschule für Knaben Neumarkt i. d. OPf., der mit „Krabat“ von Ottfried Preußler einen Klassiker in kraftvoller Sprache und klarer Dramaturgie präsentierte.
Starkes Miteinander – und ein gemeinsames Ziel
Neben den Lesenden trugen viele Beteiligte zum Gelingen bei: die Schülerjury der KMK-Realschule, Vertreterinnen des Elternbeirats sowie der Stadtbücherei unterstützten den Wettbewerb engagiert und aufmerksam. Die positive Resonanz machte deutlich: Solche Veranstaltungen sind weit mehr als ein Wettbewerb – sie sind ein Zeichen dafür, wie wichtig Leseförderung bleibt, gerade in Zeiten, in denen Ablenkung allgegenwärtig ist.
So blieb am Ende nicht nur die Erinnerung an starke Vorträge und verdiente Platzierungen, sondern vor allem ein Eindruck: Wenn junge Menschen lesen, entsteht etwas, das man im Raum spüren kann – Konzentration, Vorstellungskraft, Gemeinschaft. Oder, um es mit Heine zu sagen: eine der gewaltigsten Welten, die wir Menschen erschaffen haben.
Sandra Schmidt-Kuhlmann
