Werte, die stark machen – Gemeinsam für ein gesundes Miteinander

Wie entsteht eine Schulgemeinschaft, in der sich alle wohlfühlen, respektiert werden und gerne lernen? Die Antwort darauf liegt nicht allein in guten Noten oder modern ausgestatteten Klassenzimmern – sie beginnt im täglichen Miteinander. Aus diesem Grund stand Anfang März an der Konrad-Max-Kunz-Realschule die Wertewoche im Mittelpunkt des Schullebens. Diese verbindet Werteerziehung mit Gesundheitsförderung und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Landesprogramm „Gute gesunde Schule Bayern“. Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu stärken und ihnen Kompetenzen mitzugeben, die weit über den Unterricht hinausreichen.

Unter dem Motto „Werte, die stark machen beschäftigten sich alle Klassen der Jahrgangsstufen 5 bis 9 mit altersgerechten Themen, die ihren Schulalltag unmittelbar betreffen. Im Mittelpunkt standen dabei Respekt, Höflichkeit, Konfliktlösung, Zivilcourage, Teamfähigkeit sowie der verantwortungsvolle Umgang mit anderen Menschen.

Die einzelnen Module waren bewusst auf die jeweilige Altersstufe abgestimmt. Die 5. Klassen erhielten durch die Streitschlichterinnen und Streitschlichter einen Einblick in die Mediation und lernten, wie Konflikte gewaltfrei gelöst werden können. Die 6. Klassen setzten sich im Workshop „It’s nice to be nice“ mit Höflichkeit, Wertschätzung und respektvoller Kommunikation auseinander. An abwechslungsreichen Stationen, in Rollenspielen und mithilfe kurzer Filmsequenzen wurde deutlich, wie sehr Freundlichkeit, Aufmerksamkeit und ein respektvoller Umgang das Zusammenleben positiv beeinflussen können.

Für die 7. Klassen stand die Prävention von Mobbing im Mittelpunkt. Gemeinsam wurden Handlungsmöglichkeiten entwickelt, wie Betroffene unterstützt und Ausgrenzung frühzeitig erkannt werden kann. Die 8. Klassen beschäftigten sich auf künstlerischer Ebene mit Gruppenprozessen und erfuhren in kooperativen Übungen, welche Bedeutung Vertrauen, Kommunikation und gegenseitige Unterstützung für ein funktionierendes Team haben. Die 9. Klassen reflektierten im Modul „Hinsehen statt Wegsehen“ die Themen Rassismus, Vorurteile und Zivilcourage. Anhand von Kurzfilmen, Fallbeispielen und intensiven Diskussionen wurde deutlich, dass Diskriminierung kein Problem der Vergangenheit ist, sondern jede und jeden im Alltag betrifft.

Dabei stand nicht das Zuhören, sondern das aktive Mitmachen im Vordergrund. Rollenspiele, Gruppenarbeiten, kreative Aufgaben und Reflexionsphasen ermöglichten es den Schülerinnen und Schülern, sich in andere hineinzuversetzen, eigene Erfahrungen einzubringen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Auf diese Weise wurden soziale Kompetenzen nicht nur besprochen, sondern unmittelbar erlebt.

Die zahlreichen Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler machten deutlich, wie positiv die Wertewoche aufgenommen wurde. Besonders häufig wurden die abwechslungsreichen Stationen, die praxisnahen Rollenspiele sowie die Gruppenarbeiten genannt. Viele berichteten, dass sie durch die Übungen erkannt hätten, wie wichtig ein höflicher und respektvoller Umgang im Alltag ist. Andere nahmen sich vor, künftig bewusster auf ihre Wortwahl und ihr Verhalten zu achten oder auch dann freundlich zu bleiben, wenn sie selbst einmal einen schlechten Tag haben.

Auch die älteren Schülerinnen und Schüler zogen ein positives Fazit. Besonders die Auseinandersetzung mit Rassismus und Ausgrenzung regte zum Nachdenken an. Obwohl viele bereits Vorwissen mitbrachten, wurde ihnen erneut bewusst, wie aktuell dieses Thema auch heute noch ist. Mehrere Rückmeldungen zeigten den Wunsch, sich künftig noch stärker gegen Diskriminierung einzusetzen und Menschen unabhängig von Herkunft, Aussehen oder Religion mit Respekt zu begegnen. Gleichzeitig wurde angeregt, solchen gesellschaftlich wichtigen Themen künftig noch mehr Zeit einzuräumen.

Gerade diese Rückmeldungen zeigen, dass die Wertewoche weit mehr ist als eine Projektwoche. Sie stärkt Lebenskompetenzen, fördert Empathie, Kommunikationsfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein und trägt dazu bei, die psychische Gesundheit sowie das soziale Wohlbefinden aller Mitglieder der Schulgemeinschaft nachhaltig zu fördern. Ein respektvolles Miteinander schafft Vertrauen, gibt Sicherheit und bildet die Grundlage für erfolgreiches Lernen – zentrale Ziele einer guten gesunden Schule.

Dass dieses Konzept aufgeht, zeigte sich nicht zuletzt in den zahlreichen positiven Rückmeldungen. Viele Schülerinnen und Schüler wünschten sich ausdrücklich, die Wertewoche auch im kommenden Schuljahr wieder durchzuführen. Für sie war sie abwechslungsreich, lebensnah und eine wertvolle Gelegenheit, über Themen zu sprechen, die im Schulalltag oft zu kurz kommen.

So wurde die Wertewoche einmal mehr zu einem eindrucksvollen Beispiel dafür, dass Schule weit mehr ist als Wissensvermittlung. Sie ist ein Lebensraum, in dem junge Menschen lernen, Verantwortung für sich selbst und andere zu übernehmen, Konflikte konstruktiv zu lösen und sich für ein respektvolles Miteinander einzusetzen. Werte werden an der Konrad-Max-Kunz-Realschule nicht nur vermittelt – sie werden gemeinsam erlebt und gelebt.

Sandra Schmidt-Kuhlmann

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